Sanierung und Neubau Schulen, Hittisau Visualisierung © Chronic Pictures

Architektur
Der Schulerhalterverband Hittisau beabsichtigt, den Schulstandort im Zentrum von Hittisau einer Generalsanierung zu unterziehen. Träger des Schulerhalterverbandes sind die Gemeinden Hittisau, Riefensberg und Sibratsgfäll.

Die in den letzten Jahren stark veränderte pädagogische Praxis macht den Schulumbau unbedingt notwendig. Der reine Frontalunterricht wurde von einer Vielzahl von Unterrichtsformen abgelöst. Dadurch fehlen transparente und doch abgetrennte Lernorte in Form einer „Clusterschule“

Das Projekt umfasst eine ortsbauliche Neugliederung, Neubau einer Mittel- und Polytechnischen Schule, eines Gemeinschaftshauses in dem Veranstaltungsaal mit Tiefgarage und 2 Turnhallen untergebracht sind, sowie die Sanierung eines Bestandsgebäudes für die Volksschule.

Das pädagogische Konzept ist vorbildlich gelöst, die innere Organisation übersichtlich und klar und bietet aufgrund der Kleinteiligkeit der Baukörper attraktive Außenbezüge. Den großen Mehrwert des Projektes bildet die Trennung zwischen rein schulischen und außerschulischen Nutzungen, was eine starke Belebung des Ortszentrums erwarten lässt.

Energiekonzept
Die Wärmerbereitstellung erfolgt über einen Anschluss an das bestehende Biomasse‐Nahwärmenetz.

In den Schulgebäuden, d.h. für die Klassenzimmer und Clusterbereiche, kommen überwiegend Plattenheizkörper als Wärmeabgabesystem zum Einsatz. Die Heizkörper werden lediglich mit Thermostatventilen ausgestattet, d.h. ohne Raumfühler mit Einzelraumregelung (ERR) (Low‐Tech‐Komponente)

Alle Umkleide‐ und Sanitärbereiche erhalten eine Fußbodenheizung.

Im Gemeinschaftshaus erhalten die Aula im EG sowie die Turnhallen in den oberen Geschossen durch die ohnehin erforderlichen höheren Luftmengen eine Luftheizung (Low‐Tech‐Komponente).

Bei den Lüftungsanlagen in den Schulgebäuden wird in allen Klassenräumen die so genannte „Hybridlüftung“ (Low‐Tech‐Komponente) umgesetzt und es kommen Lüftungsgeräte mit kombinierter Wärme‐/Feuchterückgewinnung zum Einsatz.

Hybridlüftung bedeutet, dass die Klassenräume lediglich mit einer Grundlüftung von 13‐18m³/h pro
Schüler (je nach Altersstufe unterschiedlich) und 21m³/h pro Lehrer mit Frischluft versorgt werden.

Eine „CO2‐Ampel“ o.ä. in den Räumen signalisiert der Lehrerschaft wenn die Luftqualität im Klassenraum den im Vorfeld definierten Grenzwert von z.B. 1.500 ppm überschreitet und das Fenster für einige Minuten ergänzend zur Grundlüftung geöffnet werden sollte, bzw. bei z.B.
800ppm wieder geschlossen werden kann.

Als weitere Low‐Tech‐Komponente wird bei allen Gebäuden konsequent die so genannte Kaskadenlüftung umgesetzt. Durch diese Form der Luftführung wird das Luftkanalnetz relevant reduziert und damit Investitions‐, Wartungs‐ und Betriebskosten eingespart.

Das Gebäude „Veranstaltung/Sport“ wird ebenfalls über eine zentrale Lüftungsanlage mit kombinierter und hocheffizienter Wärme-/Feuchterückgewinnung, mit Frischluft, Wärme- und Kälte versorgt.

Die Aufwärmküche im Gebäude „Veranstaltung/Sport“ für die Mittagsbetreuung, erhält ebenfalls eine eigenständige Lüftungsanlage, inkl. entsprechender Ablufthauben mit Fettfilter usw..

Bei der Konzipierung der Mess‐ Steuer‐ und Regelungstechnik wird besonderes Augenmerk
auf eine möglichst reduzierte Anlagenausstattung (Low ‐ Tech) gelegt.
Für die beschriebene Anlagentechnik der Heizungs‐ und Lüftungstechnik wird ein MSR System konzipiert, welches die grundsätzlichen und notwendigen Funktionen steuert und eine komfortable Bedienung ermöglicht.
Eine „übergeordnete“ Gebäudeleittechnik oder ein darüber angeordnetes Gebäudemanagementsystem sowie die Integration anderer Gewerke (wie Beleuchtung / Verschattung / Zutrittskontrolle udgl.) ist in der Konzipierung nicht vorgesehen.

Weitere Projekte